Einleitung: Uptime, SLAs und was sie versprechen
Jedes Team, das eine Website, eine API oder ein SaaS-Produkt betreibt, bekommt früher oder später dieselbe Frage gestellt: Wie zuverlässig ist das? Uptime ist die Zahl, die darauf antwortet, und ein SLA ist das Dokument, das aus dieser Zahl eine Zusage macht.
Dieser Ratgeber erklärt, was Uptime ist, wie SLA-Uptime und Verfügbarkeits-SLAs funktionieren, was die bekannten „Neunen“ in der Praxis bedeuten und wie du deine eigene Uptime misst, damit jedes SLA-Gespräch mit echten Daten beginnt.

Was ist Uptime?
Uptime ist der Anteil der Zeit, in dem ein Service für seine Nutzer verfügbar ist, meist als Prozentwert über einen Monat oder ein Jahr angegeben. War ein Service in einem 30-Tage-Monat 43 Minuten lang nicht verfügbar, lag seine Uptime in diesem Monat bei 99,9 %.
Uptime vs. Verfügbarkeit
Im Alltag bedeuten Uptime und Verfügbarkeit dasselbe. Es gibt allerdings eine nützliche Unterscheidung:
- Uptime beschreibt oft, ob ein System läuft: ein Server, der nicht neu gestartet wurde, ein Prozess, der nicht abgestürzt ist.
- Verfügbarkeit beschreibt, ob Nutzer den Service tatsächlich nutzen können: Die Website lädt, die API antwortet korrekt, der Checkout wird abgeschlossen.
Ein Server kann monatelang laufen, während die Website darauf Fehler liefert. Deshalb ist die von außen gemessene Verfügbarkeit die Zahl, auf die es Kunden ankommt.
Was ist Website-Uptime?
Website-Uptime ist die Verfügbarkeit einer Website, so wie ihre Besucher sie erleben: Die Seite antwortet, liefert die erwarteten Inhalte und reagiert in akzeptabler Zeit. Gemessen wird sie, indem die Website in regelmäßigen Abständen von außen geprüft wird, idealerweise von mehreren Standorten aus.
Was die Neunen in der Praxis bedeuten
Uptime-Ziele werden oft über die Anzahl ihrer Neunen beschrieben. Jede zusätzliche Neun verringert die erlaubte Ausfallzeit um den Faktor zehn:
| Verfügbarkeitsziel | Ausfallzeit pro 30-Tage-Monat | Ausfallzeit pro Jahr |
|---|---|---|
| 99 % | 7 Std. 12 Min. | 3 Tage 15 Std. 36 Min. |
| 99,5 % | 3 Std. 36 Min. | 1 Tag 19 Std. 48 Min. |
| 99,9 % | 43 Min. 12 Sek. | 8 Std. 45 Min. 36 Sek. |
| 99,95 % | 21 Min. 36 Sek. | 4 Std. 22 Min. 48 Sek. |
| 99,99 % | 4 Min. 19 Sek. | 52 Min. 34 Sek. |
| 99,999 % | 26 Sek. | 5 Min. 15 Sek. |
99,9 % Verfügbarkeit bedeuten also, dass ein Service etwa 43 Minuten pro Monat nicht verfügbar sein darf. Das ist genug Spielraum für einen kurzen Vorfall, aber nicht für einen langen.
Was ist eine SLA-Uptime-Zusage?
Ein Service Level Agreement (SLA) ist der Teil eines Vertrags, der das Serviceniveau festlegt, das ein Anbieter zusagt. Die zugesagte Uptime ist meist sein Kernstück: ein Ziel wie 99,9 % pro Monat plus die Regeln, die der Zahl erst ihre Bedeutung geben.
Was ein Verfügbarkeits-SLA festlegt
Ein klares Verfügbarkeits-SLA, ob für einen einzelnen Service oder ein ganzes System, beantwortet diese Fragen:
- Ziel und Zeitraum: Welcher Prozentsatz, gemessen pro Monat, Quartal oder Jahr?
- Definition von Ausfallzeit: Zählt ein Teilausfall oder ein beeinträchtigter Service? Zählt eine einzelne ausgefallene Region?
- Ausnahmen: Sind angekündigte Wartungsfenster ausgenommen? Was ist mit Problemen, die der Kunde verursacht hat?
- Messquelle: Wessen Monitoring entscheidet: das des Anbieters, das des Kunden oder ein unabhängiges?
- Service-Gutschriften: Was erhält der Kunde, wenn das Ziel verfehlt wird, und wie macht er das geltend?
- Berichte: Wie und wann wird die Uptime berichtet?
SLA-Prozentsatz und Messzeitraum
Der SLA-Prozentsatz allein erzählt nur die halbe Geschichte. Der Messzeitraum verändert, was er erlaubt: 99,9 % pro Jahr lassen einen einzelnen Ausfall von fast neun Stunden zu, während 99,9 % pro Monat jeden einzelnen Monat auf etwa 43 Minuten begrenzen. Monatliche Zeiträume sind in SaaS-Verträgen üblich, weil sie sich leichter überprüfen und besprechen lassen.
Was garantierte Uptime wirklich bedeutet
Garantierte Uptime heißt nicht, dass ein Service nie ausfällt. Eine Uptime-Garantie ist eine Zusage mit Konsequenzen (typischerweise Service-Gutschriften), die festlegt, was passiert, wenn das Ziel verfehlt wird. Für Kunden ist der wertvollste Teil einer Garantie oft die Transparenz, die mit ihr einhergeht: klare Berichte und klare Kommunikation bei Vorfällen.
Gibt es einen Branchenstandard für Uptime-SLAs?
Einen einheitlichen Branchenstandard für Uptime-SLAs gibt es nicht, wohl aber übliche Bereiche:
- 99,9 % pro Monat sind das häufigste Niveau für Business-SaaS-Produkte und ein typisches SaaS-Uptime-SLA.
- Hochverfügbarkeits-SLAs mit 99,95 % bis 99,99 % brauchen redundante Infrastruktur, oft über mehrere Rechenzentren oder Regionen. Anbieter preisen das ein, du zahlst also mehr. Üblich sind sie bei Plattformen, auf denen andere Unternehmen aufbauen, etwa Infrastruktur-, Zahlungs- oder Kommunikationsdienste.
- Jenseits von 99,99 % vervielfacht jede weitere Neun den Aufwand für Redundanz und Bereitschaftsdienst, und der Preis steigt mit.
Ein Uptime-SLA, das zu deinem Produkt passt, ist eines, das du messen, berichten und erklären kannst. Wähle also ein Ziel, das zu deiner Architektur und zu den Erwartungen deiner Kunden passt.
So misst du die Uptime für dein eigenes SLA
Ob du ein SLA anbietest oder dich auf eines verlässt: Eigene Messungen machen jedes Gespräch leichter. Ein verlässliches Setup hat fünf Zutaten:
- Externe Prüfungen. Miss von außerhalb deiner Infrastruktur, so wie Nutzer deinen Service erreichen.
- Mehrere Standorte. Prüfungen aus mehr als einer Region zeigen regionale Probleme und vermeiden blinde Flecken.
- Kurze Intervalle. Je kürzer das Intervall, desto genauer deine Ausfallzeiten.
- Bestätigungsschwellen. Verlange mehrere aufeinanderfolgende Fehlschläge, bevor Ausfallzeit gezählt wird. So verzerrt ein einzelner Netzwerk-Schluckauf deine Zahlen nicht.
- Wartungsfenster und Berichte. Nimm angekündigte Wartungen aus, wenn dein SLA das vorsieht, und erstelle einen monatlichen Bericht, den du teilen kannst.
Uptime messen mit TrustComponent Monitoring
TrustComponent Monitoring bietet Website- und Uptime-Monitoring, das genau dafür gebaut ist:
- Prüfungen bis zu alle 30 Sekunden, von mehreren Standorten aus
- Konfigurierbare Bestätigungsschwellen und Wartungsfenster, die deine Uptime-Statistik sauber halten
- Automatische monatliche Verfügbarkeitsberichte mit Uptime auf drei Nachkommastellen, Gesamtausfallzeit und Vorfällen, dazu Berichte auf Abruf für jeden Zeitraum bis zu einem Jahr
- Eine gehostete Statusseite mit 90 Tagen Verfügbarkeitshistorie, damit Kunden deine Bilanz selbst sehen können
Alle Monitoring-Daten werden in der EU gespeichert und verarbeitet, mit einem AVV nach DSGVO, den du online unterschreiben kannst.
Fazit: Mach deine Uptime sichtbar
Uptime ist eine einfache Zahl, hinter der viel steckt. Ein SLA gibt ihr eine klare Definition, dein eigenes Monitoring gibt ihr Glaubwürdigkeit. Wenn du Verfügbarkeit von außen misst und jeden Monat berichtest, werden SLA-Reviews unkompliziert, und deine Zuverlässigkeit wird zu etwas, das du zeigen kannst, statt es nur zu versprechen.
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